{"id":1790,"date":"2013-09-21T15:56:30","date_gmt":"2013-09-21T13:56:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.palliativpsychologie.de\/?page_id=1790"},"modified":"2024-07-15T10:03:09","modified_gmt":"2024-07-15T08:03:09","slug":"noch-16-tage-eine-sterbeklinik-in-london","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/?page_id=1790","title":{"rendered":"Noch 16 Tage. Eine Sterbeklinik in London"},"content":{"rendered":"<div class='AlphabeticList'><a href='https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/?page_id=1757#B'>B<\/a> <a href='https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/?page_id=1757#E'>E<\/a> <a href='https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/?page_id=1757#H'>H<\/a> <a href='https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/?page_id=1757#K'>K<\/a> <a href='https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/?page_id=1757#N'>N<\/a> <a href='https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/?page_id=1757#O'>O<\/a> <a href='https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/?page_id=1757#S'>S<\/a> <\/div><p>1971<br \/>\nReinhold Iblacker, Siegfried Braun<\/p>\n<p><strong>Ich glaube, die Wahrheit ist eine Art Wegstrecke, die man gemeinsam zur\u00fccklegen muss. <\/strong><\/p>\n<p>Der Film &#8222;Noch 16 Tage &#8211; Eine Sterbeklinik in London&#8220; aus dem Jahr 1971 wird in der Palliativliteratur viel zitiert. Zweifelsohne handelt es sich um ein Zeitzeugnis insbesondere f\u00fcr die Entwicklung von Palliative Care in Deutschland. Oder besser: die verz\u00f6gerte Entwicklung. Denn beides vermittelt der Film: Die \u00dcberzeugung, dass das Hospiz ein guter Ort zum Sterben ist, aber auch die Ambivalenz, die sich schon in der \u00dcbersetzung des englischen &#8222;Hospice&#8220; in &#8222;Sterbeklinik&#8220; zeigt. Die ersten Minuten sind dementsprechend in Szene gesetzt, der Film beginnt mit den Worten: &#8222;Wenn die Ambulanz in den S\u00fcdosten Londons zum St. Christopher Hospice f\u00e4hrt und ein neuer Patient eingeliefert wird, wissen die Fahrer: Diesem Menschen ist nicht mehr zu helfen&#8220;. Es wird kr\u00e4ftig dramatisiert, indem die Patienten mit traurigen Gesichtern gezeigt werden, der Kommentar aus dem off dr\u00fcckt das gespaltene Verh\u00e4ltnis zum Sterben aus.<\/p>\n<p>Bald nimmt der Film aber eine Wendung, es ist vom Leben die Rede, von der Zeit, die bleibt. Von der Einbindung der Angeh\u00f6rigen (keine festgelegten Besuchszeiten u.s.w.) und von der recht famil\u00e4ren Atmosph\u00e4re: Die Patienten haben viel Kontakt untereinander, es gibt gemeinsame Feste und regelm\u00e4\u00dfig angebotene gemeinsame Gottesdienste. Es ist von einer 1:1-Betreuung die Rede, es wird von Freundschaften zwischen den Patienten oder Angeh\u00f6rigen und den Behandlern berichtet.<br \/>\nAm Ende werden in einer stillen Szene die Bilder einer Verstorbenen gezeigt. Das hatte auch 25 Jahre nach Kriegsende immer noch Schockwirkung f\u00fcr viele, die sich dadurch sowohl an die eigenen Verluste durch Krieg und Flucht als auch an die Gr\u00e4ueltaten der Deutschen erinnert gef\u00fchlt haben mochten.<\/p>\n<p>Der Film ver\u00e4ndert den Blick des Betrachters: &#8222;er sieht in solchen Gesten weniger vergebliche Anstrengung als Hoffnung, in einem solchen Gesicht weniger den bevorstehenden Tod als das beh\u00fctete Leben&#8220;. Dem Film gelingt es, &#8222;dem Tod etwas von seinem Schrecken zu nehmen und dem Menschen im Sterben etwas von seiner W\u00fcrde zur\u00fcckzugeben&#8220; (Filmzitate).<\/p>\n<p>Beeindruckend sind die kurzen Interviews mit Dr. Cicely Saunders, Dr. Albertine Winner, Dr. <b>Robert Twycross<\/b> und anderen MitarbeiterInnen, in welchen das zum Ausdruck kommt, was auch heute unver\u00e4ndert als palliative Haltung gilt: Der Umgang mit Wahrheit, der Einsatz von Schmerzmitteln in ad\u00e4quater Dosierung, die Menschlichkeit, die Toleranz bez\u00fcglich der Religion, das Reflektieren der eigenen Person als Behandler.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">(Jan Gramm)<\/p>\n<p>Der Film ist im Handel vergriffen, man kann ihn aber \u00fcber folgende Adresse beziehen:<\/p>\n<p>Katholisches Filmwerk GmbH<br \/>\nLudwigstrasse.33<br \/>\n60327 Frankfurt a. M.<br \/>\nTel. 069\/ 971436-0<br \/>\ninfo@filmwerk.de<br \/>\nhttps:\/\/lizenzshop.filmwerk.de\/shop\/detail.cfm?id=3164<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.palliativpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/Noch16Tage_Cover.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-1863 alignleft\" src=\"http:\/\/www.palliativpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/Noch16Tage_Cover.jpg\" alt=\"Noch16Tage_Cover\" width=\"150\" height=\"191\" \/><\/a>Bewertung: * * * * *<br \/>\nEin MUSS f\u00fcr alle, die im Hospiz- und Palliativbereich arbeiten.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/?page_id=1757\">&lt;&lt; zur\u00fcck zur \u00dcbersicht<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>B E H K N O S 1971 Reinhold Iblacker, Siegfried Braun Ich glaube, die Wahrheit ist eine Art Wegstrecke, die man gemeinsam zur\u00fccklegen muss. Der Film &#8222;Noch 16 Tage &#8211; Eine Sterbeklinik in London&#8220; aus dem Jahr 1971 wird &hellip; <a href=\"https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/?page_id=1790\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":1757,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"sidebar-page.php","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-1790","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1790","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1790"}],"version-history":[{"count":22,"href":"https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1790\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3818,"href":"https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1790\/revisions\/3818"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1757"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1790"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}