{"id":1462,"date":"2013-05-10T18:42:05","date_gmt":"2013-05-10T16:42:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.palliativpsychologie.de\/?page_id=1462"},"modified":"2013-09-21T23:20:01","modified_gmt":"2013-09-21T21:20:01","slug":"gewaltfreie-kommunikation-gfk","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/?page_id=1462","title":{"rendered":"Gewaltfreie Kommunikation (GfK)"},"content":{"rendered":"<div class='AlphabeticList'><a href='https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/?page_id=1229#A'>A<\/a> <a href='https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/?page_id=1229#B'>B<\/a> <a href='https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/?page_id=1229#D'>D<\/a> <a href='https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/?page_id=1229#F'>F<\/a> <a href='https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/?page_id=1229#G'>G<\/a> <a href='https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/?page_id=1229#H'>H<\/a> <a href='https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/?page_id=1229#I'>I<\/a> <a href='https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/?page_id=1229#K'>K<\/a> <a href='https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/?page_id=1229#L'>L<\/a> <a href='https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/?page_id=1229#M'>M<\/a> <a href='https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/?page_id=1229#N'>N<\/a> <a href='https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/?page_id=1229#P'>P<\/a> <a href='https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/?page_id=1229#R'>R<\/a> <a href='https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/?page_id=1229#S'>S<\/a> <a href='https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/?page_id=1229#T'>T<\/a> <a href='https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/?page_id=1229#V'>V<\/a> <a href='https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/?page_id=1229#W'>W<\/a> <a href='https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/?page_id=1229#Z'>Z<\/a> <\/div><p>auch: Einf\u00fchlsame, transparente, aufrichtige <a href='https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/?page_id=1468'>Kommunikation<\/a><\/p>\n<p>Bei der Gewaltfreien <a href='https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/?page_id=1468'>Kommunikation<\/a> nach Marshall B. Rosenberg werden die Bed\u00fcrfnisse in den Mittelpunkt gestellt: Jede Handlung gilt als Versuch ein Bed\u00fcrfnis zu erf\u00fcllen. Wenn wir verstehen, welche Bed\u00fcrfnisse jemand durch seine Handlungen eigentlich erf\u00fcllen will, k\u00f6nnen wir eine Verbindung zu ihm aufbauen. Auch wenn die Handlungen darin bestehen, uns Vorw\u00fcrfe zu machen oder uns anzugreifen.<br \/>\nEs geht dabei allerdings nicht darum, durch Unterwerfung oder Kompromissbildung m\u00f6glichst schnell die Harmonie wieder herzustellen, sondern darum, aufrichtig und ehrlich zu sein und dabei mit dem Gegen\u00fcber und sich selbst in Verbindung zu bleiben.<br \/>\nWas die Verbindung zum Gegen\u00fcber unterbricht, sind Wertungen und Interpretationen von dessen Verhalten. Denn sobald wir nicht mehr auf einf\u00fchlsame Weise mit dem Gegen\u00fcber verbunden sind, beginnt die Gewaltspirale:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">\u201eGewaltfrei hei\u00dft nicht nur Verzicht auf Gewalt und Widerstand, hei\u00dft auch nicht etwa die andere Wange hinhalten. Gewaltfrei ist eine viel schwierigere Aufgabe, n\u00e4mlich Verst\u00e4ndnis und Einf\u00fchlung in die \u00c4ngste, die Unwissenheit, Hilflosigkeit und Unsicherheit der Menschen und Faktoren, die gewaltvolles Handeln hervorrufen\u201d (Ghandi).<\/p>\n<p>Rosenberg hat ein 4-Schritte-Modell entwickelt, das uns helfen kann in Verbindung mit uns und unserem Gegen\u00fcber zu bleiben &#8211; insbesondere in Konfliktsituationen.<\/p>\n<p><strong>Die 4 Schritte der GfK<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">1. Beobachten statt Bewerten:<\/span><\/p>\n<p>Sehr oft bewerten wir von vornherein Situationen anstatt sie zu beschreiben.<br \/>\nBeispiel:<br \/>\n&#8222;Ihr ewiges Geklingle&#8230;.&#8220; ist eine Bewertung des Patientenverhaltens.<br \/>\n&#8222;Sie haben in der letzten Stunde 6 Mal geklingelt&#8220; ist eine Beobachtung\/Beschreibung.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">2. Gef\u00fchle benennen statt Gedanken oder Handlungen zu vermuten:<\/span><\/p>\n<p>Gef\u00fchle haben die Funktion darauf hinzuweisen, ob ein Bed\u00fcrfnis erf\u00fcllt ist oder nicht. Daher haben sie auch einen wichtigen Stellenwert in der <a href='https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/?page_id=1468'>Kommunikation<\/a>. Rosenberg unterscheidet Gef\u00fchle von Gedanken \u00fcber das vermutete Handeln oder Denken des Gegen\u00fcbers.<br \/>\nBeispiel:<br \/>\n&#8222;Ich f\u00fchle mich von Ihnen unter Druck gesetzt&#8220; ist eine Vermutung \u00fcber die Absichten des Patienten.<br \/>\n&#8222;Ich bin aufgeschreckt, f\u00fchle mich atemlos und angespannt und werde \u00e4rgerlich&#8220; benennt die Gef\u00fchle.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">3. Bed\u00fcrfnisse von Strategien unterscheiden<\/span><\/p>\n<p>Ein Bed\u00fcrfnis ist immer unabh\u00e4ngig von einer bestimmten Person, von einem bestimmten Ort und von einem bestimmten Zeitpunkt. Oft verwechseln wir unsere Bed\u00fcrfnisse mit den Strategien, mit denen wir die Bed\u00fcrfnisse zu erf\u00fcllen versuchen.<br \/>\nBeispiel:<br \/>\n&#8222;Ich werde jede Stunde ein Mal nach Ihnen schauen, sonst kann ich nicht vern\u00fcnftig arbeiten&#8220; ist eine m\u00f6gliche Strategie,<br \/>\n&#8222;Ich brauche mehr Zeit am St\u00fcck, um meine Arbeit sorgf\u00e4ltig erledigen zu k\u00f6nnen&#8220; benennt das dahinterliegende Bed\u00fcrfnis.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">4. Bitten formulieren statt Forderungen stellen<\/span><\/p>\n<p>Damit unser Zusammenleben gegenseitig bereichernd sein kann, m\u00fcssen wir dem Anderen mitteilen, was er f\u00fcr uns tun kann. Es geht dabei nicht darum, den Anderen zu manipulieren, sondern ihm durch konkrete Formulierungen Anhaltspunkte zu geben, was er hier und jetzt tun kann. Wenn wir still erwarten, dass er err\u00e4t, was wir jetzt brauchen oder Forderungen an ihn stellen, wird das eher nicht zu einem befriedigenden Ergebnis f\u00fchren.<br \/>\nEine wirkliche Bitte ist daher positiv formuliert und bezieht sich auf das Hier und Jetzt.<br \/>\nBeispiel:<br \/>\n&#8222;Ich m\u00f6chte Sie bitten, Ihre einzelnen W\u00fcnsche zu notieren und erst in einer halben Stunde wieder zu klingeln&#8220; erweist sich als Forderung, wenn ich ein &#8222;Nein&#8220; nicht akzeptieren kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der gesamte Satz aus den obigen Beispielen k\u00f6nnte folgenderma\u00dfen lauten:<br \/>\n&#8222;Durch Ihr ewiges Geklingle f\u00fchle ich mich total unter Druck gesetzt! Ich werde ab jetzt jede Stunde ein Mal nach Ihnen schauen, sonst kann ich nicht vern\u00fcnftig arbeiten. Ich m\u00f6chte Sie bitten, Ihre einzelnen W\u00fcnsche zu notieren&#8220;.<br \/>\nDer so angesprochene Patient f\u00fchlt sich hierdurch wahrscheinlich nicht zu einer Verhaltens\u00e4nderung eingeladen. Er wird eher das Gef\u00fchl haben, hier nicht gut versorgt zu werden. Wom\u00f6glich reagiert er mit einem Gegenvorwurf (&#8222;Glauben Sie, ich mache das zum Vergn\u00fcgen? Ich bin schwerkrank!&#8220;).<\/p>\n<p>&#8222;Sie haben in der letzten Stunde 6 Mal geklingelt. Dadurch werde ich jedesmal aufgeschreckt, f\u00fchle mich atemlos und angespannt und werde langsam \u00e4rgerlich. Ich brauche mehr Zeit am St\u00fcck, um meine Arbeit sorgf\u00e4ltig erledigen zu k\u00f6nnen. Deshalb m\u00f6chte ich Sie bitten, Ihre einzelnen W\u00fcnsche zu notieren und erst in einer halben Stunde wieder zu klingeln&#8220;.<br \/>\nNun wei\u00df der Patient, wie es mir geht. Ich habe mich ge\u00f6ffnet und das l\u00e4dt ihn ebenfalls zur \u00d6ffnung ein: &#8222;Ich bin so unruhig&#8220;.<br \/>\nNun kann ich die 4 Schritte auf den Patienten anwenden, indem ich mich in ihn einf\u00fchle: &#8222;Sie klingeln so oft, weil Sie sich so unruhig f\u00fchlen. H\u00e4tten Sie vielleicht gerne jemanden bei sich?&#8220; &#8211; &#8222;Ja, das w\u00e4re gut&#8220; &#8211; &#8222;Gibt es jemanden, der Ihnen Gesellschaft leisten k\u00f6nnte?&#8220; &#8211; &#8222;Ach, die arbeiten um diese Zeit doch alle&#8220; &#8211; &#8222;Hm, ich k\u00f6nnte hier im Haus mal nach den &#8218;Gr\u00fcnen Damen&#8216; fragen&#8220; u.s.w.<br \/>\nEs wird deutlich, dass das Problem der Einsamkeit nun nicht mehr zwischen Patient und Behandler ausgetragen wird, sondern beim Patienten bleibt. Der Behandler kann versuchen, zur L\u00f6sung des Problems beizutragen, ist aber nicht verantwortlich f\u00fcr das Befinden des Patienten.<\/p>\n<p>Indem GfK das Gewicht auf das legt, was uns miteinander verbindet, er\u00f6ffnen sich Wege f\u00fcr L\u00f6sungen, die voher unm\u00f6glich schienen. Denn es gibt immer mehrere M\u00f6glichkeiten, um die hinter unseren Handlungen liegenden Bed\u00fcrfnisse zu erf\u00fcllen. Und indem wir einf\u00fchlsam miteinander umgehen, wird das grundlegende Bed\u00fcrfnis nach in-Verbindung-sein gen\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Um mit anderen einf\u00fchlsam umgehen zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigen wir Selbstempathie. GfK f\u00fchrt zu mehr Klarheit \u00fcber unsere eigene Bed\u00fcrfnisse und somit zur Selbstverantwortung. Die Beziehungsknoten werden entwirrt, wenn klar wird, wer was von wem braucht. Wir sind dann miteinander verbunden ohne uns verantwortlich f\u00fcr den anderen zu f\u00fchlen. Wir tun dann etwas f\u00fcr den anderen nicht aus Verpflichtung, sondern weil er uns darum bittet und wir Freude daran haben zum <a href='https:\/\/www.palliativpsychologie.de\/?page_id=1474'>Leben<\/a> beizutragen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>A B D F G H I K L M N P R S T V W Z auch: Einf\u00fchlsame, transparente, aufrichtige Kommunikation Bei der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall B. 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