Bildmeditationen

Die Psychologie ist bestrebt ihre Erkenntnisse durch wissenschaftliche Methoden zu gewinnen oder zu überprüfen. Neben dem wissenschaftlichen Zugang gibt es aber auch andere Wege zur Erkenntnis, die mehr die Kraft der Intuition nutzen. In dieser Rubrik sollen Arbeiten vorgestellt werden, die vor allem aus dem Bereich der Bildenden Kunst stammen.


Bildbetrachtung: Geburt Christi

BOUTS, Dieric the Elder_DetailEs gibt viele Darstellungen der Geburt Christi, bei der das Neugeborene nackt einfach auf dem Boden liegt. Trotzdem wird ihm von den Umstehenden die Würde erwiesen. Ein Sinnbild für unsere Verletzlichkeit und die uns innewohnende Würde.
Mir kam der Gedanke zu dieser Bildbetrachtung (PDF, 1.3 MB) bei der Begleitung eines tief gläubigen katholischen Patienten, der große Schwierigkeiten damit hatte die körperliche Hilfsbedürftigkeit zu aktzeptieren (was sicher auch mit dem Geburtsjahrgang zusammenhing, da er zur Kriegskindergeneration gehörte). Da in seiner Wohnung auch Marienbildnisse hingen, versuchte ich ihn über die christliche Bildersprache zu unterstützen.

 


Bildmeditation: Das Licht

Georges_de_La_Tour_Josef_Ausschnitt_kl

In dieser Bildmeditation werden Texte von Frédéric Leboyer, die dieser für „das Fest der Geburt“ erstellt hat, verwendet. Da Leboyer eine Haltung des Still-werdens, der Ehrfurcht und der Demut vor einem großartigen Geschehen vermittelt, lassen sich diese Texte auch gut auf die Begleitung am Lebensende anwenden. Leboyer hat Bilder aus der Kunstgeschichte ausgewählt und diese mit Texten versehen – es handelt sich um Gemälde zu den Themen „Christi Geburt“ oder „Anbetung der Hirten“. Diesen Bildern wurde jeweils ein korrespondierendes Werk aus dem Themenkreis „Kreuzigung“ und „Beweinung Christi“ zugeordnet. Die Bildmeditation steht als Powerpointpräsentation (6.4 MB) zur Verfügung (automatische Folienübergänge).

Interessant ist, dass bei den Geburtsbildern das Neugeborene die Lichtquelle ist, während bei den Bildern vom Sterben das Licht eher von oben (aus dem Himmel) kommt. Erst bei den Auferstehungsszenen strahlt das Licht wieder aus der – nun transzendierten – Person heraus:
Licht_Geburt  Licht_Kreuzigung Licht_Auferstehung

 

 

 

 


Bildmeditation: Mitten im Leben…

Holbein-ambassadors

Das Gemälde „Die Gesandten“ von Hans Holbein d. J. aus dem Jahr 1533 zeigt zwei Männer in ihren besten Jahren. Darüberhinaus ist es aber auch ein „memento mori“ – eine Erinnerung an die Sterblichkeit. Das erkennt der Betrachter aber erst dann, wenn er seine Perspektive, seinen Standpunkt ändert. Eine kleine Bildmeditation als Powerpointpräsentation (1 MB). Die Folienübergänge erfolgen durch die Return- oder die Pfeiltasten.